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Aktuelle Einblicke, fundierte Analysen, praxisorientierte Perspektiven

Hier teilen Lorenzo Feucht und Udo Feucht regelmäßig ihre Expertise zu den Themen Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft.
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EmpCo und UWG ab September 2026

Nachhaltigkeit ja – aber künftig nur noch mit belastbaren Aussagen

Autoren: Lorenzo Feucht und Udo Feucht | PISA | Stand: 09.09.2026

Nachhaltigkeit ist längst Bestandteil von Produktwerbung, Unternehmenskommunikation und Immobilienprojekten. Begriffe wie „klimafreundlich“, „umweltfreundlich“, „CO₂-neutral“, „grün“, „recycelbar“ oder „nachhaltig“ begegnen uns täglich.

Doch genau hier ändern sich die rechtlichen Rahmenbedingungen erheblich.

Mit der sogenannten EmpCo-Richtlinie – „Empowering Consumers for the Green Transition“ – verschärft die Europäische Union die Regeln für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Rechtlich handelt es sich dabei nicht um eine EU-Verordnung, sondern um die Richtlinie (EU) 2024/825 vom 28. Februar 2024. Ziel ist insbesondere, Verbraucher besser vor irreführenden Umweltaussagen und Greenwashing zu schützen.

Deutschland hat die Vorgaben inzwischen durch das Dritte Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt. Das Gesetz wurde am 19. Februar 2026 verkündet. Die für Nachhaltigkeitskommunikation wesentlichen Änderungen treten am 27. September 2026 in Kraft.

Für Unternehmen bedeutet das: Nachhaltigkeit darf weiterhin kommuniziert werden – aber die Aussagen müssen präziser, nachvollziehbarer und belegbarer werden.

Warum EmpCo direkt mit dem UWG zusammenhängt

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb – UWG regelt in Deutschland, welche geschäftlichen Handlungen und Werbeaussagen zulässig sind.

EmpCo wird deshalb nicht als eigenes deutsches „Nachhaltigkeitsgesetz“ neben das UWG gestellt. Vielmehr wurden die neuen europäischen Anforderungen unmittelbar in das UWG integriert.

Unter anderem werden ökologische und soziale Merkmale sowie Zirkularitätsaspekte wie Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit ausdrücklich als mögliche wesentliche Produkteigenschaften genannt. Falsche oder irreführende Angaben hierzu können damit wettbewerbsrechtlich relevant sein.

Allgemeine Umweltbegriffe werden deutlich schwieriger

Besonders relevant ist die Werbung mit allgemeinen Umweltaussagen.

Begriffe wie beispielsweise „umweltfreundlich“, „grün“, „klimafreundlich“ oder ähnliche pauschale Aussagen können künftig problematisch sein, wenn für Verbraucher nicht klar erkennbar ist, worauf sich die Aussage konkret bezieht.

Das neue UWG definiert eine allgemeine Umweltaussage grundsätzlich als eine Umweltaussage, deren konkrete Bedeutung nicht klar und hervorgehoben auf demselben Medium erläutert wird.

Eine solche allgemeine Aussage ist künftig stets unzulässig, wenn das Unternehmen keine zugrunde liegende „anerkannte hervorragende Umweltleistung“ nachweisen kann. Dazu können unter anderem das EU-Umweltzeichen, offiziell anerkannte Umweltkennzeichen nach DIN EN ISO 14024 Typ I oder andere im EU-Recht festgelegte Umwelthöchstleistungen gehören.

Die Konsequenz für die Praxis ist deutlich:

Je pauschaler eine Umweltbotschaft formuliert wird, desto höher wird das rechtliche Risiko.

Konkrete Aussagen wie beispielsweise eine belegte Reduktion des Energieverbrauchs, ein definierter Recyclinganteil oder ein nachvollziehbar berechneter CO₂-Wert können grundsätzlich wesentlich belastbarer sein als ein pauschales „umweltfreundlich“.

Auch konkrete Aussagen müssen selbstverständlich sachlich richtig und belegbar bleiben.

Ein Umweltvorteil darf nicht auf das gesamte Produkt übertragen werden

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Reichweite einer Aussage.

Künftig ist es gegenüber Verbrauchern ausdrücklich unzulässig, eine Umweltwirkung auf das gesamte Produkt oder die gesamte Geschäftstätigkeit eines Unternehmens zu beziehen, wenn diese tatsächlich nur einen einzelnen Teilbereich betrifft.

Ein einfaches Beispiel:

Besteht lediglich die Verpackung eines Produkts zu einem hohen Anteil aus Recyclingmaterial, darf daraus nicht automatisch der Eindruck entstehen, das komplette Produkt sei deshalb besonders umweltfreundlich.

Dasselbe Prinzip kann auf Unternehmen übertragen werden.

Eine einzelne nachhaltige Produktlinie oder eine einzelne klimafreundliche Aktivität macht nicht automatisch die gesamte Geschäftstätigkeit „grün“.

„Klimaneutral“ durch CO₂-Kompensation wird besonders kritisch

Eine der weitreichendsten Änderungen betrifft Aussagen zur Klimaneutralität von Produkten.

Ab dem 27. September 2026 gehört eine Aussage zu den stets unzulässigen Geschäftspraktiken, wenn sie sich auf die Kompensation von Treibhausgasemissionen stützt und einem Produkt dadurch neutrale, verringerte oder positive Auswirkungen auf die Umwelt zuschreibt.

Das klassische Modell

Emissionen entstehen → Zertifikate werden gekauft → das Produkt wird als „klimaneutral“ beworben

wird damit im B2C-Bereich erheblich eingeschränkt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Unternehmen nicht mehr über Klimaschutzprojekte oder Kompensationsmaßnahmen informieren dürfen. Entscheidend ist, dass daraus nicht irreführend eine Umweltwirkung des eigentlichen Produkts abgeleitet wird.

Für Hersteller ist diese Unterscheidung besonders wichtig.

Eigene Nachhaltigkeitssiegel stehen auf dem Prüfstand

Auch die Vielzahl eigener Nachhaltigkeitslogos und grüner „Badges“ wird eingeschränkt.

Ein Nachhaltigkeitssiegel darf künftig nicht mehr einfach angebracht werden, wenn es weder von einer staatlichen Stelle festgesetzt wurde noch auf einem geeigneten Zertifizierungssystem beruht.

Das UWG stellt konkrete Anforderungen an solche Zertifizierungssysteme. Dazu gehören unter anderem öffentlich einsehbare Anforderungen, transparente Zugangsbedingungen, die Beteiligung geeigneter Fachleute bei der Festlegung der Anforderungen sowie eine objektive Kontrolle durch eine unabhängige dritte Stelle.

Gerade Unternehmen, die eigene Umweltzeichen, ESG-Logos, Nachhaltigkeitsauszeichnungen oder ähnliche Kennzeichnungen verwenden, sollten deshalb genau prüfen, was das jeweilige Zeichen tatsächlich bescheinigt, nach welchem Verfahren es vergeben wird und wie unabhängig die Prüfung erfolgt.

Ein professionell gestaltetes Logo allein ist künftig kein Nachhaltigkeitsnachweis.

Zukunftsversprechen brauchen einen echten Plan

Auch Aussagen wie

„Wir sind 2030 klimaneutral.“

oder

„Bis 2040 erreichen wir Net Zero.“

werden deutlich stärker reguliert.

Eine Umweltaussage über eine zukünftige Umweltleistung gegenüber Verbrauchern kann künftig irreführend sein, wenn dahinter keine klaren, objektiven, öffentlich einsehbaren und überprüfbaren Verpflichtungen stehen.

Zusätzlich verlangt das UWG einen detaillierten und realistischen Umsetzungsplan. Dieser muss messbare und zeitgebundene Ziele enthalten und beispielsweise erkennen lassen, welche Ressourcen zur Umsetzung eingesetzt werden.

Besonders wichtig:

Der Plan muss regelmäßig durch einen unabhängigen externen Sachverständigen überprüft werden. Die Erkenntnisse dieser Prüfung müssen Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden.

Damit reicht eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie allein nicht mehr aus, wenn mit ihr öffentlich geworben wird.

Aus einem Nachhaltigkeitsversprechen wird zunehmend eine nachweispflichtige Aussage.

Was bedeutet das für die Bau- und Immobilienwirtschaft?

Für die Bau- und Immobilienwirtschaft ist diese Entwicklung besonders relevant.

Kaum eine andere Branche arbeitet derzeit mit so vielen nachhaltigkeitsbezogenen Informationen gleichzeitig: CO₂-Werte, EPDs, Recyclingfähigkeit, Energieeffizienz, Materialherkunft, Kreislauffähigkeit, Gebäudezertifizierungen, ESG-Kriterien, Taxonomie, Klimastrategien und Net-Zero-Ziele gehören inzwischen zum Tagesgeschäft.

Hersteller kommunizieren Umweltvorteile ihrer Produkte. Projektentwickler positionieren Gebäude als nachhaltig oder klimafreundlich. Investoren definieren ESG-Strategien. Planer vergleichen Materialien und Systeme. Bauunternehmen dokumentieren ökologische Eigenschaften ihrer Leistungen.

Dabei wird künftig eine Frage immer wichtiger:

Welche Aussage kann mit welchem Nachweis tatsächlich belegt werden?

Gerade bei Bauprodukten ist deshalb eine präzise Kommunikation sinnvoller als pauschale Werbung.

Statt lediglich von einem „nachhaltigen Baustoff“ zu sprechen, können konkrete und belastbare Informationen wesentlich aussagekräftiger sein – beispielsweise dokumentierte CO₂-Werte, EPD-Daten, Recyclinganteile, Rückbaubarkeit, Lebensdauer, Energieverbrauch oder nachvollziehbare Materialeigenschaften.

Das entspricht auch einer Entwicklung, die wir innerhalb der Branche bereits seit längerer Zeit beobachten:

Nachhaltigkeit entwickelt sich vom Marketingbegriff zur dokumentierten Produkteigenschaft.

Auch Produktvergleiche werden transparenter

Wer Produkte anhand ökologischer oder sozialer Merkmale beziehungsweise hinsichtlich Haltbarkeit, Reparierbarkeit oder Recyclingfähigkeit vergleicht, muss künftig ebenfalls genauer hinschauen.

Bei entsprechenden Vergleichsdiensten gelten unter anderem Informationen über die Vergleichsmethode, die einbezogenen Produkte und Lieferanten sowie die Aktualisierung der Daten als wesentliche Verbraucherinformationen.

Auch hier folgt das Gesetz derselben Grundidee:

Ein Nachhaltigkeitsvergleich soll nachvollziehbar sein und nicht lediglich ein grünes Ranking produzieren.

Was droht bei Verstößen?

Da die deutschen Vorgaben Bestandteil des UWG sind, bewegen wir uns im Wettbewerbsrecht.

Unzulässige Geschäftspraktiken können insbesondere Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche auslösen. Anspruchsberechtigt können unter anderem Wettbewerber sowie bestimmte Wirtschafts- und Verbraucherverbände sein. Auch Schadensersatzansprüche können unter den gesetzlichen Voraussetzungen in Betracht kommen.

Bei bestimmten weitverbreiteten beziehungsweise unionsweiten Verbraucherschutzverstößen sieht das UWG darüber hinaus erhebliche Bußgeldmöglichkeiten vor. Bei Unternehmen mit mehr als 1,25 Millionen Euro relevantem Jahresumsatz kann der Rahmen unter den besonderen Voraussetzungen des § 19 UWG bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes in den betroffenen EU-Mitgliedstaaten reichen. Fehlen Anhaltspunkte für die Umsatzschätzung, kann das Höchstmaß zwei Millionen Euro betragen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein automatisches Bußgeld für jede fehlerhafte Umweltwerbung, sondern um einen besonderen Durchsetzungsmechanismus für weitverbreitete Verstöße.

In der täglichen Praxis dürfte für viele Unternehmen zunächst ein anderes Risiko mindestens ebenso relevant sein: Abmahnungen, Unterlassungsverfahren, notwendige Änderungen von Webseiten, Verpackungen und Vertriebsunterlagen sowie der damit verbundene Reputationsverlust.

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

Bis zum 27. September 2026 sollten insbesondere folgende Bereiche kontrolliert werden:

  • Webseiten, Produktseiten, Broschüren, Kataloge, Verpackungen und Social-Media-Inhalte nach Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen durchsuchen.

  • Pauschale Begriffe wie „grün“, „umweltfreundlich“, „klimafreundlich“ oder „CO₂-neutral“ auf Aussage, Bezugsgegenstand und Nachweis prüfen.

  • Eigene Nachhaltigkeitslogos, Labels, Prüfzeichen und Gütesiegel auf ihre rechtliche Grundlage und das dahinterstehende Zertifizierungssystem überprüfen.

  • Sicherstellen, dass Umweltvorteile einzelner Produktbestandteile nicht unzulässig auf das Gesamtprodukt oder das Gesamtunternehmen übertragen werden.

  • Produktbezogene Aussagen überprüfen, die Klimaneutralität oder Emissionsreduktionen über Kompensationsmaßnahmen begründen.

  • Zukunftsziele wie „Net Zero 2030/2040/2050“ mit messbaren Zwischenzielen, Ressourcen, einem öffentlich zugänglichen Umsetzungsplan und unabhängiger Prüfung hinterlegen.

  • Für jede wesentliche Umwelt- oder Nachhaltigkeitsaussage nachvollziehbare Nachweise und Verantwortlichkeiten im Unternehmen dokumentieren.

Fazit: Nachhaltigkeit wird nicht verboten – Greenwashing wird schwieriger

EmpCo bedeutet keineswegs das Ende der Nachhaltigkeitskommunikation.

Im Gegenteil.

Unternehmen, die tatsächlich belastbare Umweltleistungen vorweisen können, erhalten die Möglichkeit, sich klarer von pauschalen oder unbelegten Aussagen abzugrenzen.

Der entscheidende Unterschied lautet künftig stärker als bisher:

Nicht behaupten, sondern belegen.
Nicht pauschalisieren, sondern konkretisieren.
Nicht versprechen, sondern einen überprüfbaren Weg aufzeigen.

Gerade für die Bau- und Immobilienwirtschaft kann darin auch eine Chance liegen.

Produkte, Gebäude und Unternehmen verfügen heute über immer mehr messbare Nachhaltigkeitsdaten. EPDs, Lebenszyklusanalysen, CO₂-Bilanzen, technische Nachweise, Zertifizierungen und strukturierte ESG-Informationen schaffen die Grundlage für eine Kommunikation, die nicht nur werbewirksam, sondern nachvollziehbar ist.

Damit verändert EmpCo letztlich auch die Bedeutung von Nachhaltigkeitsinformationen:

Aus „Green Marketing“ wird zunehmend „Green Evidence“.

Und genau diese Entwicklung dürfte die nächsten Jahre in der Bau- und Immobilienwirtschaft maßgeblich prägen.

Hinweis der Redaktion: Dieser Fachbeitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung oder rechtliche Prüfung konkreter Werbeaussagen dar.

Redaktionelle Grundlage: Richtlinie (EU) 2024/825 des Europäischen Parlaments und des Rates; Drittes Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb vom 12. Februar 2026, BGBl. 2026 I Nr. 43; Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Data Centre World Frankfurt 2026

Rechenzentren werden zur Immobilien-, Energie- und Nachhaltigkeitsfrage

Redaktion PISA | Udo Feucht und Lorenzo Karl Feucht | Mai 2026

Die Data Centre World Frankfurt am 6. und 7. Mai 2026 hat eines deutlich gemacht: Rechenzentren sind längst nicht mehr nur ein Thema für IT-Spezialisten.

Sie sind eine zentrale Aufgabe für Immobilienwirtschaft, Energieversorgung, Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit.

Wer heute ein Rechenzentrum entwickelt, plant nicht nur Serverflächen, sondern eine hochverdichtete technische Immobilie mit enormen Anforderungen an Strom, Kühlung, Versorgungssicherheit, Flächeneffizienz und langfristige Wirtschaftlichkeit.

Vom IT-Gebäude zur strategischen Infrastruktur

Die Messe stand im Zeichen von KI-fähiger Infrastruktur, Resilienz, Energieversorgung und Nachhaltigkeit. Genau diese Themen verändern die Planungslogik von Rechenzentren.

Der Standort wird nicht mehr allein nach Grundstück, Glasfaser und Erreichbarkeit beurteilt. Entscheidend sind Netzanschluss, verfügbare elektrische Leistung, Kühlkonzept, Genehmigungsfähigkeit, Möglichkeiten zur Wärmenutzung und die Frage, ob die technische Infrastruktur auch unter steigenden Leistungsdichten wirtschaftlich betrieben werden kann.

Für Investoren und Projektentwickler bedeutet das: Die technische Gebäudeausrüstung wird immer früher zum Investmentthema.

Entscheidungen über Energieversorgung, Kühlung, Redundanz und Gebäudestruktur wirken direkt auf CapEx, OpEx, Vermietbarkeit und Zukunftsfähigkeit.

KI verändert Leistungsdichte und Kühlung

Der wachsende Einsatz künstlicher Intelligenz erhöht die Anforderungen an Rechenleistung und damit an die technische Infrastruktur.

Die Data Centre World rückte deshalb besonders die Frage in den Mittelpunkt, was „AI-ready“ in Planung und Betrieb tatsächlich bedeutet. Neben GPU-fähigen Konzepten spielen leistungsfähigere und effizientere Kühlsysteme, darunter auch flüssigkeitsbasierte Lösungen, sowie flexible Energie- und Lastkonzepte eine immer größere Rolle.

Für die Immobilienseite ist das entscheidend.

Ein Rechenzentrum, das heute nur auf aktuelle Lastprofile ausgelegt wird, kann morgen technisch und wirtschaftlich an Grenzen stoßen. Zukunftsfähigkeit entsteht deshalb nicht durch maximale Überdimensionierung, sondern durch skalierbare Systeme, klare Erweiterungspfade und belastbare Verbrauchsdaten.

Nachhaltigkeit wird messbar und investitionsrelevant

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Verbindung von Performance, Regulierung und Nachhaltigkeit.

Die Diskussion geht inzwischen deutlich über eine einzelne Effizienzkennzahl hinaus. CO₂-Wirkung, Wassernutzung, Energieversorgung, Materialwahl, Lebenszyklus und belastbare Nachhaltigkeitsnachweise werden zu Kriterien, die technische Beschaffung und Investitionsentscheidungen beeinflussen.

Das ist auch für Hersteller hoch relevant.

Wer Komponenten für Rechenzentren liefert, muss nicht nur technische Leistung und Verfügbarkeit nachweisen. Gefragt sind zunehmend belastbare Informationen zu Energieeffizienz, Lebensdauer, Materialeinsatz, Wartung, Rückbau und Umweltwirkung.

Nachhaltigkeit wird damit Teil der Produktqualifikation.

Abwärme: vom Nebenprodukt zum Standortfaktor

Besonders praxisnah war die Diskussion über die Nutzung von Rechenzentrumsabwärme.

Die German Datacenter Association stellte auf der Messe die Frage in den Mittelpunkt, wie aus bislang ungenutzter Wärme ein wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller Bestandteil urbaner Energiesysteme werden kann. Das GDA-Panel „Heat Reuse Partnerships“ beschäftigte sich dabei insbesondere mit Partnerschaften, Skalierung und geeigneten Rahmenbedingungen.

Das Thema ist technisch attraktiv, funktioniert jedoch nur, wenn Wärmenetz, Abnehmer, Temperaturniveau, zusätzliche Energie für Wärmepumpen und wirtschaftlich tragfähige Vertragsmodelle zusammenpassen.

Genau darin liegt eine der wichtigsten Erkenntnisse für die Immobilienwirtschaft:

Abwärmenutzung ist keine nachträgliche technische Ergänzung. Sie ist eine Standort- und Projektentwicklungsaufgabe.

Projektentwickler, Kommunen, Energieversorger und Betreiber müssen bereits in der Konzeptphase klären, welche Wärmemengen realistisch verfügbar sind, wer sie abnimmt und wie Investitionen und Risiken verteilt werden.

Die Bedeutung dieses Themas zeigt auch die aktuelle Diskussion um die kommunale Wärmeplanung in Frankfurt. Die GDA verweist dabei ausdrücklich darauf, dass zwischen theoretischem Abwärmepotenzial und tatsächlich nutzbarer Wärme technische, infrastrukturelle und wirtschaftliche Voraussetzungen liegen.

Digitale Zwillinge und KI im Betrieb

Die zweite große Entwicklung ist die stärkere Automatisierung des Betriebs.

In einem weiteren von der GDA begleiteten Panel diskutierten Experten aus KI-Forschung, Energieoptimierung, Digital-Twin-Technologie und Rechenzentrumsbetrieb darüber, wie künstliche Intelligenz und digitale Zwillinge die Weiterentwicklung stärker automatisierter Rechenzentren unterstützen können.

Der Nutzen liegt auf der Hand: Betriebszustände lassen sich früher erkennen, Lasten intelligenter steuern und Wartungsprozesse gezielter planen.

Für Eigentümer und Betreiber entsteht daraus gleichzeitig eine neue Datenanforderung.

Ein intelligentes Gebäude braucht nicht nur Sensorik. Es braucht eine durchgängige Datenstruktur, klare Verantwortlichkeiten und Systeme, deren Informationen über Planung, Bau und Betrieb hinweg nutzbar bleiben.

Digitalisierung wird damit zum Bestandteil des Asset Managements und nicht zu einer isolierten IT-Lösung.

Was die Data Centre World der Immobilienwirtschaft zeigt

Die wichtigste Botschaft aus Frankfurt lautet: Rechenzentren müssen als integrierte Infrastrukturprojekte betrachtet werden.

Grundstück, Gebäude, TGA, Stromnetz, Wärme, Betreiberanforderungen und regulatorische Rahmenbedingungen gehören in eine gemeinsame Entscheidungslogik.

Für die einzelnen Beteiligten bedeutet das:

Investoren brauchen früh belastbare Aussagen zu Energieverfügbarkeit, technischer Skalierbarkeit und Betriebskosten.

Projektentwickler müssen Netzanschluss, Kühlung, Abwärme und Genehmigung bereits in der Standortprüfung zusammenführen.

Architekten und TGA-Planer müssen hohe Leistungsdichten mit modularen, wartbaren und energieeffizienten Konzepten verbinden.

Hersteller gewinnen an Relevanz, wenn sie technische Performance mit transparenten Nachhaltigkeits- und Lebenszyklusdaten belegen.

Kommunen und Versorger werden zu entscheidenden Projektpartnern, weil Energie- und Wärmesysteme zunehmend über die Realisierbarkeit eines Rechenzentrums mitentscheiden.

Fazit: Das Rechenzentrum wird Teil des Energiesystems

Die Data Centre World Frankfurt 2026 zeigte eine Branche, die gleichzeitig wachsen, leistungsfähiger werden und ihre Umweltwirkung reduzieren muss.

Genau daraus entsteht die zentrale Aufgabe der nächsten Jahre:

Rechenzentren dürfen nicht isoliert als technische Spezialgebäude entwickelt werden. Sie müssen als Bestandteil von Immobilien-, Energie- und Stadtentwicklungsstrategien verstanden werden.

Die besten Projekte werden diejenigen sein, die Verfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit nicht gegeneinander ausspielen.

Sie verbinden hohe technische Leistung mit effizientem Betrieb, intelligenter Energienutzung, belastbarer Planung und einem klaren Nutzen für Standort und Umfeld.

Quellen und redaktionelle Grundlage: Tech Show Frankfurt / Data Centre World Frankfurt 2026, offizielles Veranstaltungsprofil und Content Streams. German Datacenter Association, Datacenter Updates Mai 2026 sowie Position zur kommunalen Wärmeplanung Frankfurt.


SHK+E Essen 2026 – Wärmewende, Digitalisierung und eine Branche im Systemmodus

Autor: Lorenzo FeuchtVorabberichterstattung März 2026


Hohe Erwartungshaltung vor Messebeginn

Kurz vor dem Start der SHK+E Essen wird deutlich: Die Branche trifft sich in einer Phase tiefgreifender Transformation.

Wärmewende, steigende Energieanforderungen, Digitalisierung der Gebäudetechnik und neue Nachhaltigkeitsvorgaben verändern den Markt in rasantem Tempo. Für Hersteller, Planer, Installationsbetriebe und Projektentwickler bedeutet das vor allem eines: Einzelprodukte verlieren an Bedeutung – gefragt sind integrierte Systeme.

Schon im Vorfeld der Messe zeichnet sich ein klares Bild ab. Die Gespräche drehen sich weniger um einzelne Komponenten, sondern um komplette Energiekonzepte für Gebäude und Quartiere.

Viele Besucher erwarten von der Messe vor allem Antworten auf vier zentrale Fragen:

  • Wie lässt sich die Wärmewende wirtschaftlich umsetzen?

  • Welche Technologien funktionieren im Gebäudebestand?

  • Wie können Anlagen digital überwacht und optimiert werden?

  • Welche Lösungen erfüllen steigende Nachhaltigkeitsanforderungen?

Die Messe entwickelt sich damit zunehmend zu einer Orientierungsplattform für Investitionsentscheidungen der kommenden Jahre.


Nachhaltigkeit wird zur technischen Disziplin

Das dominierende Thema der SHK+E 2026 ist Nachhaltigkeit – allerdings nicht als Marketingbegriff, sondern als technische und wirtschaftliche Kenngröße.

Im Mittelpunkt stehen vor allem Systeme, die mehrere Funktionen miteinander verbinden:

  • Wärmepumpensysteme mit hoher Systemeffizienz

  • Kombination aus Photovoltaik, Stromspeicher und Wärmeerzeugung

  • Niedertemperatur-Heizsysteme für Neubau und Bestand

  • wasser- und energieeffiziente Sanitärtechnik

  • CO₂-optimierte Gebäudetechnik über den gesamten Lebenszyklus

Hersteller präsentieren zunehmend konkrete Nachweise zur Leistungsfähigkeit ihrer Systeme. Dazu gehören unter anderem:

  • CO₂-Bilanzen von Anlagen und Komponenten

  • Lebenszyklusanalysen von Heizsystemen

  • dokumentierte Energieeinsparungen

  • digitale Monitoringlösungen zur Verbrauchsauswertung

Nachhaltigkeit wird damit zu einer messbaren Größe – und zunehmend zu einem entscheidenden Auswahlkriterium bei Investitionen in Gebäudetechnik.


Digitalisierung verändert die Gebäudetechnik

Parallel zur Nachhaltigkeit entwickelt sich die Digitalisierung zum zweiten großen Treiber der Branche.

Gebäude werden immer stärker als vernetzte Energiesysteme verstanden. Heizungsanlagen, Lüftungssysteme, Stromerzeugung und Energiespeicher arbeiten zunehmend in einem digitalen Gesamtsystem zusammen.

Zu den wichtigsten Entwicklungen zählen:

  • cloudbasierte Steuerungssysteme für Heiz- und Energiemanagement

  • digitale Wartungs- und Diagnoselösungen

  • Fernüberwachung von Anlagen

  • KI-gestützte Optimierung von Energieverbräuchen

  • Integration von Gebäudedaten in Planungs- und Betriebssoftware

Für Betreiber und Investoren entstehen dadurch neue Möglichkeiten. Digitale Systeme ermöglichen:

  • niedrigere Betriebskosten

  • höhere Energieeffizienz

  • präzisere Wartungsplanung

  • transparente Verbrauchsdaten

Digitalisierung wird damit zu einem entscheidenden Instrument für Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zugleich.


Wärmepumpen und hybride Energiesysteme im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt der Messe liegt auf skalierbaren Wärmelösungen für größere Gebäude und Quartiere.

Während Wärmepumpen im Einfamilienhaus bereits etabliert sind, konzentriert sich die Branche zunehmend auf Anwendungen im:

  • Mehrfamilienhausbau

  • gewerblichen Gebäudebestand

  • urbanen Quartieren

  • kommunalen Wärmeinfrastrukturen

Viele Hersteller präsentieren hybride Systeme, die mehrere Energiequellen miteinander kombinieren. Dazu gehören beispielsweise Kombinationen aus:

  • Wärmepumpe und Photovoltaik

  • Wärmepumpe und Fernwärme

  • Solarthermie und elektrischer Wärmeerzeugung

  • Stromspeicher und Lastmanagement

Ziel dieser Systeme ist eine möglichst hohe Versorgungssicherheit bei gleichzeitig optimierter Energieeffizienz.


Fachkräftemangel verändert die Systementwicklung

Neben technologischen Entwicklungen prägt ein strukturelles Thema die Branche weiterhin stark: der Fachkräftemangel im Handwerk.

Installationsbetriebe stehen unter zunehmendem Zeit- und Personaldruck. Hersteller reagieren darauf mit neuen Ansätzen in der Systementwicklung.

Zu den wichtigsten Entwicklungen gehören:

  • vormontierte Anlagensysteme

  • modulare Techniklösungen

  • vereinfachte Installationsprozesse

  • digitale Unterstützung bei Inbetriebnahme und Wartung

Je komplexer Gebäudetechnik wird, desto wichtiger werden installationsfreundliche und standardisierte Systeme.


Branche im Umsetzungsmodus

Die Erwartung an die Messe ist daher klar: Die Branche sucht keine Visionen mehr, sondern praxisnahe Lösungen.

Viele Gespräche werden sich um konkrete Fragen drehen:

  • Welche Technologien sind bereits wirtschaftlich einsetzbar?

  • Wie lassen sich Gebäude kurzfristig dekarbonisieren?

  • Welche Systeme eignen sich für den Gebäudebestand?

  • Wie können digitale Lösungen echte Effizienzgewinne schaffen?

Die SHK-Branche befindet sich damit sichtbar im Umsetzungsmodus der Energiewende.


Fazit

Die SHK+E Essen 2026 steht für eine Branche, die sich neu organisiert.

Die wichtigsten Entwicklungen sind eindeutig:

  • Nachhaltigkeit wird messbar und technisch bewertet

  • Digitalisierung vernetzt Gebäude zu intelligenten Energiesystemen

  • Wärmepumpen und hybride Anlagen dominieren neue Energiekonzepte

  • modulare Systeme erleichtern Installation und Betrieb

Für Investoren, Projektentwickler und Betreiber wird Gebäudetechnik damit zunehmend zu einem strategischen Bestandteil der Immobilienwertschöpfung.

Oder anders formuliert:

Die Wärmewende entscheidet sich nicht auf politischen Podien –
sondern in Technikräumen, Heizzentralen und digitalen Energiesystemen von Gebäuden.


DACH+HOLZ International 2026 – Holzbau, Klimastrategien und eine Branche unter Zugspannung

Autor: Udo Feucht • Veröffentlicht am 02.03.2026

Volle Hallen, klare Themen, hoher Entscheidungsdruck

Schon beim Betreten der Messehallen in Köln wurde klar: Die DACH+HOLZ 2026 steht unter einem besonderen Vorzeichen. Die Branche spürt den Druck aus Regulierung, Baukostenentwicklung und ESG-Anforderungen – und antwortet mit Innovation, Pragmatismus und Tempo.

Die Hallen waren durchgehend stark frequentiert. Auffällig war die hohe Dichte an Fachgesprächen mit konkretem Projektbezug. Weniger Produktshow, mehr Systemdenken. Weniger Theorie, mehr Umsetzung.

Die Stimmung: konzentriert, sachlich, aber optimistisch. Viele Marktteilnehmer sehen die Herausforderungen – und gleichzeitig enorme Chancen.


Nachhaltigkeit wird zum Kern der Produktstrategie

Das dominierende Thema war eindeutig Nachhaltigkeit – jedoch nicht abstrakt, sondern messbar und baubar.

Im Mittelpunkt standen:

  • Holz- und Hybridkonstruktionen mit optimierter CO₂-Bilanz

  • vorgefertigte, serielle Bauelemente zur Ressourceneffizienz

  • rückbaubare Dach- und Fassadensysteme

  • Photovoltaik-Integration in Dachflächen

  • Begrünungs- und Retentionslösungen für urbane Räume

Holz als Baustoff erlebte eine starke Positionierung – nicht nur emotional, sondern datenbasiert. Hersteller präsentierten belastbare Nachweise zur CO₂-Speicherleistung, zur Lebensdauer und zu Recyclingstrategien.

Die klare Botschaft: Nachhaltigkeit wird kalkulierbar.


ESG und Regulatorik prägen Investitionsentscheidungen

In vielen Gesprächen wurde deutlich, dass Investoren und Finanzierer zunehmend präzise Nachweise verlangen. Lebenszyklusanalysen, Materialherkunft und Rückbaukonzepte werden bereits in frühen Projektphasen abgefragt.

Produkte mit transparenter Umweltdeklaration und klarer Materialstrategie erhielten entsprechend hohe Aufmerksamkeit.

Besonders gefragt waren:

  • Systeme mit dokumentierter CO₂-Reduktion

  • langlebige Konstruktionen mit geringem Wartungsaufwand

  • modulare Bauweisen für flexible Nutzungsanpassungen

  • kombinierte Energie- und Dachnutzungskonzepte

Gerade im Bestand eröffnen sich hier enorme Potenziale. Sanierung, Aufstockung in Holzbauweise und energetische Nachrüstung wurden intensiv diskutiert.


Holzbau zwischen Innovation und Skalierung

Der Holzbau zeigt 2026 eine neue Reife. Während vor einigen Jahren noch das Argument der Nachhaltigkeit im Vordergrund stand, geht es heute um Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

Serielle Vorfertigung, digitale Planung und optimierte Verbindungstechniken ermöglichen zunehmend größere Projekte – auch im urbanen Kontext.

Die Kombination aus Holz, Stahl und Beton im Hybridbau wurde vielfach präsentiert. Ziel ist nicht Ideologie, sondern Performance: geringeres Gewicht, schnellere Bauzeiten, bessere CO₂-Werte.


Dachflächen als strategische Energieflächen

Ein klarer Trend war die multifunktionale Nutzung von Dachflächen:

  • PV-Systeme mit optimierter Lastverteilung

  • Kombination von Solar und Begrünung

  • Regenwassermanagement

  • Monitoring-Systeme zur Betriebsoptimierung

Dachflächen entwickeln sich vom Schutzbauteil zum aktiven Energie- und Klimainstrument. Für Projektentwickler entsteht hier ein direkter wirtschaftlicher Hebel.


Atmosphäre: Hohe Professionalität, klare Zielorientierung

Die Messe wirkte strukturiert und fokussiert. Fachvorträge waren stark besucht, Diskussionen fundiert. Viele Besucher kamen mit konkreten Anforderungen und verließen die Hallen mit greifbaren Lösungsansätzen.

Die Branche agiert nicht defensiv – sie gestaltet aktiv.


Fazit

Die DACH+HOLZ International 2026 in Köln zeigte eine Branche im Transformationsmodus.

Nachhaltigkeit ist kein Marketingargument mehr. Sie ist Planungsgrundlage, Investitionskriterium und Differenzierungsmerkmal zugleich.

Für Projektentwickler und Investoren bedeutet das:

  • Holz- und Hybridbau gewinnen strategische Bedeutung

  • ESG-Kriterien beeinflussen Material- und Systementscheidungen direkt

  • Dachflächen werden zu wirtschaftlich relevanten Energieassets

  • Frühzeitige Materialstrategie reduziert langfristige Risiken

Die Messe lieferte klare Marktimpulse, belastbare Trends und zahlreiche Anknüpfungspunkte für zukünftige Projekte.

Oder anders gesagt:
Holz baut Zukunft. Und das Dach trägt sie.

Architect@Work – Eine Messe, die Architekten zum Leuchten bringt

Autor: Udo Feucht • Veröffentlicht am 17.11.2025


Schon beim Eintreffen am 3.12.25 wurde deutlich: Die Veranstaltung zählte zu den relevanten Treffpunkten der Branche. Die Hallen waren kontinuierlich gut gefüllt, die Gespräche fachlich auf hohem Niveau, und die Konzentration auf ausgewählte Innovationen sorgte für eine angenehme Übersichtlichkeit.

Die Messe überzeugte durch eine klare Struktur und eine hochwertige Präsentation der Themen. Architektur, Design, Technik und Materialentwicklung standen sichtbar im Mittelpunkt, begleitet von Lösungen, die sich unmittelbar in Projekten anwenden lassen. Der Austausch mit Ausstellern bot wertvolle Einblicke in aktuelle Entwicklungen – von neuen Oberflächenmaterialien über intelligente Gebäudetechnik bis zu innovativen Systemkomponenten für den Innen- und Außenbau.

Besonderes Gewicht lag auf dem Bereich Nachhaltigkeit. Dieser Schwerpunkt zog sich wie ein roter Faden durch viele Produktneuheiten. Auffällig viele Hersteller stellten Lösungen vor, die ökologischen Ansprüchen gerecht werden und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig sind. Beispiele:

  • Materialien mit reduziertem CO₂-Fußabdruck

  • ressourcenschonende Produktionsverfahren

  • langlebige Systemlösungen für Neubau und Bestand

  • Technologien für effizientere Betriebs- und Energiekonzepte

  • Produkte, die Wiederverwendung, Recycling oder modulare Erweiterbarkeit ermöglichen

Diese Ansätze zeigten eindrucksvoll, wie ernst die Branche das Thema inzwischen nimmt. Nachhaltigkeit wurde nicht als Trend präsentiert, sondern als strategische Grundlage zukünftiger Bau- und Entwicklungsprozesse.

Neben den technischen und gestalterischen Highlights bot die Messe eine Atmosphäre, die zum Austausch und Netzwerken einlud. Viele Fachbesucher nutzten die Gelegenheit, sich über konkrete Anforderungen aus laufenden Projekten auszutauschen und neue Impulse für kommende Aufgaben mitzunehmen.

Insgesamt vermittelte die ARCHITECT@WORK Düsseldorf 2025 ein klares Bild: Die Architektur- und Baubranche entwickelt sich mit hoher Geschwindigkeit weiter – durch Innovation, durch präzise Lösungen und durch konsequentes Denken in Richtung Nachhaltigkeit. Für alle Beteiligten, auch für Udo und Lorenzo Feucht, bot der Tag in Düsseldorf wertvolle Orientierung und zahlreiche Anknüpfungspunkte für zukünftige Kooperationen und Projekte.

EPD & Cradle to Cradle – Zwei Schwergewichte im nachhaltigen Bauen, die Sie kennen sollten

Autor: Udo Feucht • Veröffentlicht am 24.10.2025


Die Bau- und Immobilienbranche steht heute an einem Wendepunkt: Regulatorik, Marktanforderungen und investorseitige ESG-Kriterien drängen in Richtung Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Transparenz. Zwei Begriffe fallen dabei besonders häufig: die Environmental Product Declaration (EPD) (Deutsch: Umweltproduktdeklaration) und der Ansatz „Cradle to Cradle“ (C2C). In diesem Artikel schauen wir an – praxisnah und für Sie als Immobilien-Profi mit Blick auf Investorenforderungen – was hinter diesen Begriffen steckt, wie sie sich unterscheiden und wie man sie sinnvoll kombiniert.


1. Was ist eine EPD?

Eine EPD ist im Bauwesen ein standardisiertes Dokument, das die Umweltwirkungen eines Bauproduktes über seinen gesamten Lebensweg transparent macht. Gebäudeforum+2emidat.com+2

Wichtige Eckpunkte:

  • Grundlage sind Ökobilanz-Daten („Life Cycle Assessment“, LCA) vom Rohstoff über Herstellung, Nutzung bis zur Entsorgung. ibu-epd.com+1

  • In Deutschland gilt z. B. die Norm DIN EN 15804 für Bauprodukte. DIBt+1

  • Betreiber in Deutschland wie das Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) führen Programme zur Veröffentlichung von EPDs. ibu-epd.com+1

  • EPDs spielen eine wichtige Rolle bei Nachhaltigkeitszertifizierungen von Gebäuden – etwa Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) oder dem Bewertungssystem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB). bpie.eu+1

  • Ab 2027/2028 wird die Offenlegung der Klimawirksamkeit von Bauprodukten verpflichtend – ein zusätzlicher Treiber für EPDs. hej.build

Warum ist das für Sie als Dienstleister interessant?
Für Immobilieninvestoren heißt das: Je höher die Transparenz über verwendete Produkte, desto besser die Bewertung des Projekts in puncto Nachhaltigkeit, Risiko und Zukunftsfähigkeit. Wenn ein Bauprodukt eine EPD besitzt, ist das ein starkes Signal: Der Hersteller hat Daten, ist transparent, kann Umweltwirkungen quantifizieren. Und gerade bei Ausschreibungen oder bei Investorengesprächen kann das Differenzierung schaffen.


2. Was bedeutet „Cradle to Cradle“?

Der Ansatz „Cradle to Cradle“ (C2C) geht über klassische Nachhaltigkeit hinaus: Nicht nur weniger Schaden anrichten, sondern positive Beiträge leisten. Laut Definition: Produkte so gestalten, dass sie am Ende nicht Abfall sind, sondern entweder biologisch abbaubar – oder dauerhaft in technischen Kreisläufen gehalten werden können. Wikipedia+1

Kernpunkte:

  • Zwei Kreisläufe: der biologische („zur Natur zurück“) und der technische („im Industrie-Kreislauf behalten“). Keim Mineralfarben

  • Es gibt ein Zertifizierungssystem: Cradle to Cradle Certified® – mit Stufen Bronze, Silber, Gold, Platin. c2ccertified.org

  • Fokus nicht nur auf Ökobilanz (wie bei EPD), sondern auf Design für Kreislaufwirtschaft, Materialgesundheit, soziale Verantwortung und Zukunftsfähigkeit. Vrije Universiteit Brussel+1

Warum ist das für Sie relevant?
Immobilieninvestoren schauen zunehmend auf Qualität der Materialien, Lebenszyklus und späteren Wert- bzw. Rückbau-Potenziale einer Immobilie. Ein C2C-konformer Ansatz erhöht die Attraktivität eines Objekts: geringere Risiken bei Rückbau/Reuse, positiveres ESG-Image, bessere Marktpositionierung im Wettbewerb.


3. EPD vs. C2C – Gemeinsamkeiten & Unterschiede

 

KriteriumEPDC2CFokusQuantitative Umwelt-Daten über Lebenszyklus eines ProduktsGanzheitliches Design-Konzept: Kreislauffähigkeit, Materialgesundheit, soziale KriterienNorm/StandardDIN EN 15804 u.a. DIBt+1C2C Certified Standard c2ccertified.orgRolle im BauwesenGrundlage für Produktwahl, LCA, GebäudezertifizierungDifferenzierung von Materialien/Produkten, ZukunftsfähigkeitPflicht vs. freiwilligWird künftig zunehmend verpflichtend (z. B. Offenlegung) hej.buildFreiwillig, aber stark wachsend im MarktNutzen für ImmobilienNachweisbare Datenbasis, reduziert Risiko, erleichtert NachhaltigkeitsbewertungInnovatives Marktprofil, Rückbau-/Recyclingpotenzial, Kreislaufwirtschaftsstrategie

 

Fazit: Die beiden Ansätze ergänzen sich hervorragend. Eine EPD zeigt „was ist“ – welche Umweltauswirkungen ein Produkt hat. C2C zeigt „wohin wollen wir“ – wie Produkte gestaltet werden sollten, damit sie Teil einer echten Kreislaufwirtschaft sind.


4. Praxis im Immobilien- und Baukontext: Was heißt das konkret?

Für Sie als Dienstleister für Immobilieninvestoren ergeben sich daraus konkrete Handlungsfelder:

A) Materialauswahl und Lieferantenbewertung

Wenn Sie z. B. eine Neubau- oder Sanierungsinvestition begleiten: Achten Sie darauf, dass wichtige Bauteile eine EPD besitzen – oder besser noch: C2C-zertifiziert sind. Das schafft Sicherheit und differenziert das Projekt. Bauteile mit C2C-Zertifizierung haben oft bessere Rückbau- und Recycle-Perspektiven. Schüco+1

B) Kommunikation mit Investoren

Investoren wollen belastbare ESG-Kenngrößen. Eine EPD liefert Zahlen zur Umweltwirkung – CO₂-Emissionen, Primärenergienutzung, Recyclinganteile. Mit C2C können Sie zeigen: Wir denken Materialstrategie, Kreislaufwirtschaft und Zukunftsfähigkeit mit. Das stärkt das Investmentprofil und reduziert langfristige Risiken.

C) Rückbau- und Kreislaufstrategie

Mittelfristig wird Rückbau – und damit Wiederverwendung von Materialien – wichtiger. C2C-konforme Produkte erleichtern diesen Schritt, reduzieren Abfall und schaffen Wertstoffe. Dadurch sinkt das Risiko, dass nach 20-30 Jahren eine Immobilie wertmäßig wegen defizitärer Materialstrategie abstürzt.

D) Regulatorik & Marktentwicklung im Blick

Die Pflicht zur Offenlegung der Klimawirksamkeit von Bauprodukten ab ~2027 zeigt: EPDs werden nicht nur nice-to-have. hej.build Wenn Sie mit Ihren Projekten früh aufgestellt sind, sichern Sie sich Wettbewerbsvorteile. Darüber hinaus wird Kreislauf- und Materialgesundheit (C2C) zunehmend als Qualitätskriterium gefordert.


5. Handlungsempfehlungen für jetzt

  1. Auditieren Sie Ihre Material- und Produktauswahl: Welche Produkte haben eine EPD? Welche haben ggf. C2C-Zertifizierung oder zumindest Kreislauf-Design?

  2. Lieferanten auf das Thema ansprechen: Lassen Sie sich EPD-Nachweise zeigen – wie aktuell sind sie? Welche Module (Rohstoff, Produktion, Nutzung, Rückbau) decken sie ab? Nutzen Sie Anbieter, die auf C2C-Ansätze setzen.

  3. Integrieren Sie EPD-Daten in Ihre Projekt-KPIs: Egal ob Neubau oder Sanierung – dokumentieren Sie Umweltwirkung, Materialkreislauf, Rückbaupotenzial. Das stärkt den Investoren-Case.

  4. Kommunizieren Sie den Mehrwert: Nicht nur „wir erfüllen Normen“, sondern „wir denken Materialstrategie und Kreislaufwirtschaft“. Das hebt Sie von vielen Wettbewerbern ab.

  5. Verfolgen Sie die Entwicklungen: Die Regulatorik nähert sich schnell – seien Sie vorbereitet. Projekte mit Blick auf Lebenszykluskosten, Materialgesundheit, Kreislauffähigkeit werden bevorzugt.


6. Ausblick

Die Kombination aus EPD und Cradle to Cradle ist kein Trend, sondern wird zur Zukunftsanforderung im Bau- und Immobiliensektor. Während EPDs heute die Basis für Transparenz liefern, ist C2C der nächste Schritt zur echten Kreislaufwirtschaft. Als Dienstleister für Immobilieninvestoren haben Sie hier die Chance, Ihre Projekte nicht nur nachhaltiger zu machen — sondern auch besser positioniert im Wettbewerb.


Verbessern Sie die Nachhaltigkeitsperformance Ihrer Immobilien mit geprüften, nachhaltigen Produkten und Herstellern, die Ihnen passende ESG-Nachweise bereitstellen. Diese finden Sie unter …Deutschland startet milliardenschweren Dekarbonisierungsfonds – auch CCS im Fokus

Autor: Lorenzo Feucht • Veröffentlicht am 17.10.2025

Berlin, 16. Oktober 2025 – Die Bundesregierung hat ein umfangreiches Förderprogramm zur Unterstützung der industriellen Dekarbonisierung vorgestellt. Mit einem Volumen von rund 6 Milliarden Euro sollen gezielt Unternehmen gefördert werden, die ihre CO₂-Emissionen nachhaltig senken – unter anderem durch den Einsatz von Carbon Capture and Storage (CCS).

Industrie im Zentrum der Klimapolitik

Im Rahmen ihrer Klimaschutzstrategie will die Bundesregierung vor allem die emissionsintensiven Industriebranchen wie Zement, Stahl, Chemie und Kalk bei der Umstellung auf klimafreundlichere Produktionsweisen unterstützen. Diese Industriezweige gelten als besonders schwer zu dekarbonisieren, da viele Prozesse prozessbedingt CO₂ ausstoßen, das sich nur schwer vermeiden lässt.

„Die Transformation der Industrie ist ein zentraler Hebel für die Erreichung unserer Klimaziele“, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei der Vorstellung des Programms. „Mit dem Dekarbonisierungsfonds stellen wir sicher, dass diese Unternehmen in Deutschland bleiben und zugleich klimaneutral werden können.“

Förderfähig: Technologien, Infrastruktur – und CCS

Der Fonds sieht Förderungen für verschiedene Maßnahmen vor, darunter:

  • Technologieinvestitionen in emissionsarme Verfahren
  • Umrüstung bestehender Anlagen auf Wasserstoff oder andere klimaneutrale Energieträger
  • Carbon Capture and Storage (CCS): die Abscheidung und dauerhafte Speicherung von CO₂
  • Carbon Capture and Utilization (CCU): Nutzung von CO₂ als Rohstoff

Damit rückt CCS – eine in Deutschland lange umstrittene Technologie – stärker in den Fokus der Industriepolitik. Im Zuge der Novellierung der Carbon-Management-Strategie der Bundesregierung wurde CCS kürzlich als „unverzichtbare Brückentechnologie“ eingestuft, insbesondere für Sektoren mit unvermeidbaren Emissionen.

Kontroverse um CCS: Klimaschutz oder Risiko?

Während Wirtschaftsvertreter die Öffnung für CCS begrüßen, bleibt die Technologie gesellschaftlich und politisch umstritten. Kritiker warnen vor unklaren Risiken bei der CO₂-Endlagerung und fürchten eine Abkehr vom eigentlichen Ziel, Emissionen direkt zu vermeiden.

Umweltverbände fordern daher klare Begrenzungen und transparente Standards. Die Bundesregierung kündigte an, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen und CCS zunächst nur unter streng kontrollierten Bedingungen zuzulassen.

Start 2026 – Förderung über Ausschreibungen

Die ersten Ausschreibungsrunden im Rahmen des Fonds sollen im Frühjahr 2026 starten. Unternehmen können sich dann mit konkreten Dekarbonisierungsprojekten bewerben. Die Auswahl erfolgt nach Kriterien wie CO₂-Einsparpotenzial, Innovationsgrad und Umsetzbarkeit.

Fazit: Rückenwind für die Transformation

Mit dem Dekarbonisierungsfonds setzt Deutschland ein deutliches Signal für den Umbau der Industrie in Richtung Klimaneutralität. Die Integration von CCS zeigt, dass die Bundesregierung bereit ist, auch kontroverse Technologien zu nutzen – sofern sie technisch ausgereift und gesellschaftlich tragfähig implementiert werden.


Unternehmen am Limit: ESG-Berichterstattung wird zur Belastung

Autor: Udo Feucht • Veröffentlicht am 16.10.2025

Die ESG-Berichterstattung entwickelt sich für viele Unternehmen zur strategischen und operativen Herausforderung. Laut einer aktuellen Studie von EY bewerten rund 90 % der befragten Unternehmen die Umsetzung der neuen ESRS-Standards (European Sustainability Reporting Standards) als schwierig.

Hauptgründe sind die hohe Komplexität der Anforderungen, ein erheblicher Ressourcenbedarf und unklare Vorgaben seitens der Regulierungsbehörden. Besonders Mittelständler sehen sich zwischen Anspruch und Wirklichkeit gefangen: Die Nachhaltigkeitsberichterstattung wird einerseits als zukunftsweisend anerkannt, andererseits als bürokratisches Hemmnis erlebt, das personelle Kapazitäten bindet und Investitionen in operative Nachhaltigkeit bremst.

EY warnt, dass viele Unternehmen ohne strukturiertes ESG-Management in die Gefahr geraten, den Anschluss zu verlieren. Wer nur reagiert, statt aktiv zu gestalten, läuft Gefahr, im internationalen Wettbewerb als rückständig wahrgenommen zu werden. Gleichzeitig fordern zahlreiche Firmen eine Vereinfachung und Standardisierung der Berichtspflichten, um Nachhaltigkeit nicht zur reinen Compliance-Übung verkommen zu lassen.

„Die Intention der Regulierung ist richtig, doch der Weg dorthin ist zu steil geworden“, heißt es aus Unternehmenskreisen. Statt Überforderung brauche es praktikable Leitlinien, die den Mittelstand mitnehmen und nicht überfordern.


Mittelstand will Wahlfreiheit: Plädoyer für freiwillige ESG-Berichterstattung

Während große Konzerne ihre ESG-Strukturen längst professionalisiert haben, steht der Mittelstand noch am Anfang – und fordert mehr Selbstbestimmung. Laut einer aktuellen Studie von Grant Thornton Deutschland sprechen sich 62 % der mittelständischen Unternehmen für eine freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung aus.

Der Tenor: Freiwilligkeit fördert Innovation, während Zwang Regulierungsangst schürt. Viele Unternehmen sehen ESG als Chance, sich über nachhaltige Geschäftsmodelle und effiziente Ressourcennutzung strategisch zu positionieren – aber nur, wenn die Umsetzung nicht in Formalismus versinkt.

Grant Thornton betont, dass gerade in kleineren Strukturen unternehmerischer Gestaltungswille und Praxisnähe entscheidend seien. Eine stufenweise Einführung oder modulare Berichterstattung könne helfen, nachhaltige Entwicklungen glaubwürdig und nachvollziehbar zu dokumentieren – ohne Überforderung.

„Nachhaltigkeit darf kein Bürokratiemonster sein“, so ein Fazit der Studie. „Sie lebt von unternehmerischer Verantwortung, nicht von Formularen.“


Fazit

Die aktuellen Studien von EY und Grant Thornton zeigen ein klares Bild:
Während die großen ESG-Vorgaben der EU ambitioniert sind, stoßen sie in der Praxis vieler Unternehmen an Grenzen. Der Mittelstand sucht nach Flexibilität und Eigenverantwortung, die Großindustrie nach Effizienz und Klarheit.

Der politische Druck bleibt hoch – doch wer ESG wirklich als strategischen Erfolgsfaktor versteht, muss jetzt Wege finden, Komplexität in Handlung zu übersetzen.
Nachhaltigkeit wird nicht durch Paragrafen glaubwürdig, sondern durch konsequentes Tun.

 


EXPO REAL 2025: Wo Nachhaltigkeit und Digitalisierung Hand in Hand gehen

Von Lorenzo & Udo Feucht

Anfang Oktober richtet sich der Blick der Immobilienbranche nach München. Dabei geht es nicht nur um Projekte und Renditen – sondern um eine wegweisende Zukunft. Die EXPO REAL 2025 steht unter dem inspirierenden Motto „Transform & Beyond“ und setzt auf die vollständige Verzahnung von Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Transformation. Diese Themen arbeiten längst nicht mehr isoliert, sondern verstärken sich gegenseitig.


Wandel mit Substanz

Lorenzo:
„Udo, ich finde es bemerkenswert, wie klar wird, dass Nachhaltigkeit kein leeres Schlagwort mehr ist. Viele Aussteller präsentieren echte Lösungen – von CO₂-Monitoring für bestehende Gebäude bis hin zu KI-gesteuerten Betriebsstrategien.“

Udo:
„Absolut. Der große Unterschied ist, dass es keine isolierten Ansätze mehr sind. Früher wurde viel geredet, jetzt sehen wir Tools, die Energieflüsse steuern, Daten in Echtzeit verarbeiten und ESG-Metriken messbar machen. Das ist ein echter Fortschritt.“

Auf der Sonderfläche Transform & Beyond präsentieren mehr als 80 Aussteller – von innovativen PropTechs bis zu internationalen Großunternehmen – ihre Antworten auf die zentralen Themen Dekarbonisierung, Smart Building, Kreislaufwirtschaft und digitale Quartierssteuerung. Hier geht es nicht nur um Effizienz und messbare Ergebnisse, sondern auch um den Mut, tradierte Systeme zu hinterfragen und zu erneuern.


Digitalisierung als Gamechanger

Lorenzo:
„Digitalisierung hat sich vom Selbstzweck zum entscheidenden Bindeglied zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit entwickelt. Digitale Gebäude sind keine Luxuslösungen mehr, sondern Investitionen in Steuerung, Transparenz und CO₂-Reduktion.“

Udo:
„Genau. Sie verändert die Spielregeln im Markt. Datenkompetenz wird zum Schlüssel. Wer seine Gebäude versteht, kann Energie effizient nutzen, den Komfort steigern und die langfristige Wertentwicklung sichern.“

Innovative Formate wie die TECH TALK Stage und die DECARB Arena bringen Technologieanbieter, Projektentwickler und Investoren zusammen. Hier entstehen Partnerschaften, die weit über theoretische Konzepte hinausgehen und sich in realen Projekten beweisen.


Positive Veränderungen: greifbar und real

Lorenzo:
„Es ist beeindruckend, wie stark der Gebäudebestand neu gedacht wird. Unternehmen wie ecoworks zeigen, dass serielle Sanierungen mit digitaler Planung heute wirtschaftlich umsetzbar sind. Was früher unmöglich schien, ist jetzt Realität.“

Udo:
„Genau, und auch Investoren erkennen immer mehr, dass Nachhaltigkeit kein Hindernis, sondern ein Wachstumsfaktor ist. ESG-optimierte Projekte sichern sich leichter Finanzierungen, langfristige Mieter und ein attraktiveres Risikoprofil. Die Denkweise ändert sich radikal.“

Diese Entwicklung wird greifbar:

  • ecoworks zeigt, wie serielle Sanierungen zur neuen Norm für Bestandstransformation werden.

  • PORR präsentiert nachhaltige Data-Center-Lösungen, die Hochtechnologie integrieren.

  • Flexible Housing eröffnet neue Möglichkeiten für modulares, energieeffizientes Bauen.


EXPO REAL 2025: Konkrete Umsetzung statt leerer Worte

Lorenzo:
„Was mich begeistert, ist, dass die Messe selbst nachhaltiger wird – von recycelbaren Ständen über digitale Infopoints bis hin zu regionaler Gastronomie. Das ist keine bloße Symbolik, sondern ein echtes Statement.“

Udo:
„Absolut. Dieser Geist prägt die Veranstaltung. Beim Gang durch die Hallen wird klar, wie eng Bauunternehmen, Energieversorger, Tech-Firmen und Planer inzwischen zusammenarbeiten. Das ist echter Fortschritt.“


Fazit: Die Zukunft aktiv gestalten

Die EXPO REAL 2025 zeigt eine Branche auf dem Weg in eine nachhaltige und digitale Zukunft. Nachhaltigkeit ist kein Feigenblatt mehr, und Digitalisierung ist längst gelebte Praxis. Beide Themen verschmelzen und schaffen eine neue Realität:
effizienter, datengetrieben und messbar nachhaltiger.

Wie Lorenzo und Udo am Ende ihres Rundgangs treffend sagten:

„Transformation ist kein Projekt mehr – sie ist unser Alltag.“

 


RESET: Der Hebel, mit dem Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft sichtbar wird

Autor: Udo Feucht • Veröffentlicht am 04.10.2025

Einleitung

In der heutigen Immobilien- und Bauwelt entscheidet nicht mehr allein Qualität, Preis oder Timing – Nachhaltigkeit ist zum Türöffner geworden. Doch viele Hersteller, Handwerksbetriebe und Planer liefern bereits glaubwürdige Nachweise – sie sind nur schwer auffindbar. Genau hier setzt RESET – Real Estate Stakeholder Evaluation Tool an: es schafft eine zentrale Plattform, in der ESG-Nachweise transparent hinterlegt und geprüft werden.

RESET markiert keinen „grünen Hype“, sondern einen strukturellen Neustart mit System. Es bringt benötigte Transparenz in die Lieferkette und richtet alle Beteiligten auf vergleichbare Standards aus – für Vertrauen, Effizienz und Wettbewerbsvorteile.


Warum RESET notwendig ist

  • In der Branche herrscht derzeit ein Informationschaos: jeder spricht von ESG, aber Nachweise verstecken sich in E-Mails, Ordnern oder Excel-Insellösungen.

  • Investoren, Fonds, Bauherren verlangen belastbare Dokumente – kein „Du sagst, du hast’s“, sondern: „Zeig’s mir.“

  • Ohne Einheitlichkeit und Sichtbarkeit bleibt eine Menge Potenzial ungenutzt:
      • Hersteller mit starken Nachhaltigkeitsprofilen bleiben im Verborgenen.
      • Planer und Investoren verlieren Zeit mit Rückfragen und Verifikationen.
      • Projektentscheidungen verzögern sich – oder werden risikobehaftet.

RESET bricht genau das auf: klare Prozesse, transparente Nachweise, zentrale Sichtbarkeit.


Wie RESET funktioniert

  1. Registrierung & Formular
    Unternehmen füllen ein Formular aus: Firmendaten, Ansprechpartner, Kontakt und vorhandene Nachhaltigkeitsnachweise (ESG-Berichte, ISO-Zertifikate, EPDs, Umweltlabels etc.).

  2. Verifikationsphase
    Nachweise werden mit Verifikations-URLs und Gültigkeitsdaten hinterlegt, sodass Nutzer erkennen können, ob die Dokumente gültig und authentisch sind.

  3. Eintrag in den Katalog / die Datenbank
    Sobald alles geprüft ist (oder zur Übergangsphase), wird der Eintrag sichtbar für Bauherren, Fonds, Asset- und Property-Manager etc.

  4. Kostenregelung

    • Bis 31. Dezember 2026 ist der Eintrag kostenfrei.

    • Ab 2027 wird eine Gebühr fällig, aber nur bei Opt-in zum Katalogeintrag. Wenn man nicht optiert, entstehen keine Kosten.

So entsteht eine Datenbank, in der Nachhaltigkeitsnachweise vergleichbar, schnell einsehbar und verbindlich sind.


Vorteile für alle Beteiligten

AkteurNutzen durch RESET

Hersteller / Handwerker / Produzenten Sichtbarkeit, Differenzierung durch geprüfte Nachweise, höhere Chancen auf Aufträge

Planer / Architekten Einfacherer Zugang zu geprüften Material- und Dienstleistungsanbietern, weniger Nachfragen

Bauherren / Projektentwickler Schnellere Auswahlprozesse, geringeres Risiko durch zuverlässige Nachweise

Investoren / Fonds / Asset-Manager Entscheidung auf Basis belastbarer Daten, Vergleichbarkeit zwischen Projekten und Anbietern

RESET schafft also nicht nur Transparenz – es verschiebt Macht und Effizienz in der gesamten Wertschöpfungskette.


Hinweis: Der strategische Ansatz dahinter

RESET ist kein kurzfristiges Tool, sondern Teil einer größeren Strategie. Er steht für:

  • Standardisierung statt Flickenteppich
    Einheitliche Verfahren und transparente Nachweise machen Projekte vergleichbar und Entscheidungen konsistent.

  • Vertrauen durch Offenlegung
    Wer bereit ist, seine Nachweise offen darzustellen, signalisiert Seriosität und Qualitätsbewusstsein.

  • Wettbewerb durch Sichtbarkeit
    Nicht mehr der lauteste Anbieter wird beauftragt – sondern der, der seine Nachhaltigkeit belegt und sichtbar macht.

  • Langfristige Marktrelevanz
    Wer früh in RESET einsteigt, baut sich einen Vorsprung auf, der später schwer einholbar ist.


Fazit und Call-to-Action

RESET ist kein Gimmick, sondern ein zentrales Werkzeug für die Immobilien- und Bauwirtschaft der Zukunft.
Durch die Bündelung, Verifizierung und Sichtbarmachung von Nachhaltigkeitsnachweisen setzen wir einen neuen Standard – zugunsten von Transparenz, Vertrauen und Effizienz.

Wenn Sie ein Hersteller, Handwerksbetrieb oder Planer sind: Tragen Sie sich jetzt ein und positionieren Sie Ihr Unternehmen dort, wo Entscheider suchen.


Connect2Gether „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ – Rückblick auf den 25.09.2025

Autor: Lorenzo Feucht • Veröffentlicht am 27.09.2025

Am 25. September 2025 fand in der Buntweberei | Kitchen Eventlocation in Eislingen das Connect2Gether-Event unter dem Leitthema „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ statt. Gastgeber waren Salvia/Eltrion und PISA – perfekt organisiert. Schon beim Eintreffen zwischen 12 und 13 Uhr herrschte eine offene, neugierige Atmosphäre, die sich durch den gesamten Tag zog.

Fachliche Impulse mit Praxisnähe

Nach der Begrüßung durch Franco Volpicella und Udo Feucht folgte ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm:

  • Alexandr Alba (vertrat Matthias Stein, beide Eltrion GmbH) beleuchtete die Digitalisierung von Gebäuden.

  • Jürgen T. Christ zeigte auf, wie kostengünstiges Bauen möglich ist.

  • Frank Werz (Brüninghoff Group) sprach über kreislauffähige, modulare und digitale Bauweisen.

Der ursprünglich angekündigte Vortrag „NachDenkZahlen“ wurde kurzfristig ersetzt – und das tat der Stimmung gut. Statt nüchterner Zahlen präsentierte Udo Feucht (PISA) praxisnahe Einblicke zur SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation), den neuen Rollen von Bauherren, Herstellern und Handwerkern im ESG-Kontext sowie eine Vorausschau auf Investitionspakete des Staatsfonds für Infrastruktur. Dazu kamen die Investitionszusagen von 61 Wirtschaftsführern an Friedrich Merz – eingeordnet zwischen Chancen und Realismus.

Zentrale Botschaft: Drei Rollen, ein Ziel – ESG

Die neue „Buddy-Rolle“ von Herstellern und Handwerkern an der Seite der Bauherren wurde lebendig herausgestellt: Hersteller als Datenlieferanten, Handwerker als Umsetzer und Nachweisführer. ESG-Nachweise sind nicht mehr Kür, sondern Pflicht – und sie eröffnen Bauherren wie auch Partnern Zugang zu Finanzierung, Fördermitteln und Projekten.

Top-Netzwerk für Investoren und Hersteller

Besonders deutlich wurde: Connect2Gether ist mehr als ein Fachkongress – es ist ein starkes Netzwerk. Investoren finden hier Zugang zu verlässlichen Herstellern und innovativen Lösungsanbietern, während Hersteller die Chance haben, sich direkt mit Entscheidungsträgern zu vernetzen. Ein echter Mehrwert für alle Beteiligten, die nachhaltige Projekte nicht nur diskutieren, sondern umsetzen wollen.

Resonanz und Atmosphäre

Das Echo auf die Veranstaltung war durchweg positiv. Teilnehmende lobten die Gastfreundschaft, die Location, die Verpflegung und vor allem die inhaltliche Tiefe. Die Mischung aus Zahlen, Strategie und praxisnahen Einblicken sorgte für angeregte Diskussionen. Viele nutzten den Abend beim Networking, um Kontakte zu vertiefen und neue Impulse mitzunehmen.

Dank

Ein besonderer Dank gilt allen Referenten, Teilnehmenden und Gastgebern – allen voran dem Team von Salvia, das mit perfekter Organisation und herzlicher Gastfreundschaft einen Rahmen geschaffen hat, in dem Impulse, Austausch und Inspiration gleichermaßen Raum fanden.

Fazit: Connect2Gether hat gezeigt, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit nicht abstrakte Schlagworte sind, sondern konkrete Treiber für Investitionen, neue Rollenmodelle und echte Chancen im Bau- und Immobiliensektor – getragen von einem erstklassigen Netzwerk für Investoren und Hersteller.

 


Chancen durch Transparenz und klare Vorgehensweisen

Autor: Lorenzo Feucht • Veröffentlicht am 20.09.2025

Die Immobilien- und Bauwirtschaft steht unter massivem Druck: steigende Kosten, ESG-Vorgaben, digitale Transformation. RESET bedeutet in diesem Kontext kein Rückschritt, sondern ein Neustart mit System. Ziel: mehr Transparenz, gleiche Spielregeln und nachvollziehbare Standards – damit Investoren, Bauherren und Planer auf verlässlicher Basis entscheiden können.

Transparenz schafft Vertrauen

Die Branche leidet bis heute unter Informationsasymmetrien: Bauherr, Planer und Hersteller sprechen oft unterschiedliche Sprachen. RESET bringt diese Akteure auf eine gemeinsame Linie. Offene Daten, klar dokumentierte Prozesse und nachvollziehbare Nachweise reduzieren Risiken und ermöglichen Investitionsentscheidungen mit Substanz.

Gleiche Vorgehensweisen statt Flickenteppich

Ob ESG-Bericht, Zertifizierung oder Nachhaltigkeitsbewertung – aktuell dominieren Insellösungen. RESET setzt auf einheitliche Verfahren, die Vergleichbarkeit ermöglichen. Wer Projekte nach denselben Kriterien bewertet, erleichtert nicht nur die Arbeit für Investoren, sondern schafft auch einen Markt, in dem Qualität sichtbar wird und nicht im Detail-Dschungel verschwindet.

Chancen für die Branche

RESET ist mehr als ein technisches Verfahren. Es ist eine Einladung, den Wandel aktiv zu gestalten:

  • Investoren erhalten belastbare Grundlagen für Entscheidungen.

  • Bauherren können Maßnahmen effizienter priorisieren.

  • Hersteller und Handwerker profitieren von klaren Nachweispflichten, die ihre Stärken sichtbar machen.

  • Planer und Architekten gewinnen Sicherheit, weil Standards Orientierung geben.

Fazit

RESET steht für einen klaren Schnitt mit alten Mustern. Wer Transparenz schafft und gleiche Vorgehensweisen etabliert, erhöht nicht nur die Effizienz, sondern stärkt auch das Vertrauen in die gesamte Wertschöpfungskette. Für die Immobilienwirtschaft ist RESET damit kein Buzzword, sondern ein entscheidender Hebel für Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsstärke.


Connect2Gether 2025: Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Fokus

Autor: Udo Feucht • Veröffentlicht am 11.09.2025

Am 25. September 2025 trifft sich die Immobilien- und Bauwirtschaft in Eislingen zum Connect2Gether „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“. Austragungsort ist die Buntweberei | Kitchen Eventlocation – ein Umfeld, das Innovation und Austausch perfekt verbindet.

Starke Stimmen aus der Branche

Das Programm bringt führende Köpfe auf die Bühne:

  • Matthias Stein (Eltrion GmbH) zeigt, wie die Digitalisierung von Gebäuden neue Maßstäbe in Planung und Betrieb setzt.

  • Architekt Jürgen T. Christ spricht über „Kostengünstiger Bauen“ und präsentiert Lösungen, die Effizienz und Qualität vereinen.

  • Frank Werz (Brüninghoff Group) macht deutlich, wie kreislauffähige, modulare und digitale Bauweisen zur Nachhaltigkeit beitragen.

  • Udo Feucht (PISA) liefert mit seinem Impuls „NachDenkZahlen“ einen pointierten Blick auf ESG und die Transformation der Bauwirtschaft.

Austausch auf Augenhöhe

Über 70 Investoren, Architekten, Planer und Hersteller haben ihre Teilnahme zugesagt. Neben den Fachvorträgen steht der Dialog im Mittelpunkt. Nach den Sessions bleibt Zeit für Diskussionen, offene Fragen und das persönliche Gespräch mit den Referenten. Ab 17:00 Uhr geht es in entspannter Atmosphäre bei Drinks und Abendessen ins Networking über.

Warum dabei sein?

Connect2Gether bringt Planer, Investoren, Architekten, Projektentwickler und Umsetzer zusammen. Das Event bietet nicht nur Impulse, sondern auch konkrete Anknüpfungspunkte für neue Kooperationen – praxisnah, verbindlich, zukunftsorientiert.

Fazit: Wer die Entwicklungen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit verstehen und gestalten will, darf Connect2Gether 2025 nicht verpassen.


EXPO REAL 2025: Die drei Schwerpunkte der Transformation

Autor: Udo Feucht • Veröffentlicht am 22.08.2025

Die EXPO REAL 2025 rückt die Transformation der Immobilienwirtschaft in den Fokus. Drei Themen bestimmen die Agenda.

1. EU-Taxonomie: Klare Spielregeln

Die Taxonomie definiert messbare Kriterien. Projekte brauchen Transparenz über Umweltziele, Do-No-Significant-Harm und Mindestschutz.

2. Digitalisierung + ESG: Daten statt Bauchgefühl

Tools für ESG-Reporting, Gebäudebewertung und Projektsteuerung verbinden Datenqualität mit Geschwindigkeit. Entscheidungen erfolgen faktenbasiert.

3. ESG als Differenzierungshebel

Unternehmen positionieren sich mit glaubwürdiger ESG-Leistung. Investoren honorieren Nachvollziehbarkeit und konsistente KPIs.

Fazit: Wer EU-Taxonomie, Digitalisierung und ESG verbindet, steigert Compliance, Wertstabilität und Marktzugang. Genau diese Schnittstelle steht auf der EXPO REAL 2025 im Mittelpunkt.


ESG-Datenmanagement: Vom Pflichtnachweis zum Wettbewerbsvorteil

Autor: Udo Feucht • Veröffentlicht am 02.07.2025

Die Immobilienbranche erlebt einen Paradigmenwechsel: ESG ist nicht mehr nur regulatorische Pflicht. Ein professionelles ESG-Datenmanagement entwickelt sich zum klaren Wettbewerbsvorteil.

Transparenz als Basis

Excel-Insellösungen bremsen. Zentrale Systeme erfassen CO₂-Emissionen, Energiekennzahlen und soziale Standards konsistent und revisionssicher.

Investoren fordern belastbare Nachweise

Banken, Fonds und institutionelle Anleger treffen Entscheidungen auf Basis harter Fakten. Ohne geprüfte ESG-Daten sinkt die Chance auf Finanzierung und Beteiligung.

Von der Pflicht zur Chance

Unternehmen nutzen ESG-Datenmanagement für Compliance, Effizienz und Positionierung. Wer früh strukturiert, beschleunigt Entscheidungen und senkt Risiken.

Fazit: ESG-Daten sind strategisches Kapital. Wer sie im Griff hat, sichert sich Vorsprung.


BAU 2025: Nachhaltigkeit ist Pflicht – integrierte Lösungen setzen den Standard

Autor: Udo Feucht • Veröffentlicht am 18.04.2025

Die BAU 2025 zeigt klare Linien: Nachhaltigkeit prägt Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle. Insellösungen weichen integrierten Konzepten, die Planung, Kosten, Zeit und Qualität verbinden.

Kreislaufwirtschaft im Zentrum

Recycelbare Baustoffe, modulare Systeme und CO₂-reduzierte Materialien dominieren. Nachfrage seitens Investoren und Bauherren steigt deutlich.

Ökologisch und wirtschaftlich tragfähig

Viele Lösungen sind ökologisch sinnvoll und betriebswirtschaftlich belastbar. Das erhöht die Akzeptanz in Projekten.

ESG als Investorenkriterium

Entscheider verlangen belastbare Nachweise. Ohne ESG-Dokumentation gehen Chancen verloren.

Fazit: Nachhaltigkeit ist Grundvoraussetzung. Wer konsequent integriert, gewinnt Geschwindigkeit und Vertrauen.

Architect@Work Frankfurt 2024 – Ein Messebericht mit Gänsehautmomenten

Autor: Lorenzo Feucht • Veröffentlicht am 12.12.2024


Frankfurt, 04.–05. Dezember 2024 – Zwei Tage, die sich anfühlten wie ein komprimierter Blick in die Zukunft des Bauens. Die Architect@Work machte ihren Jahresabschluss in der Mainmetropole – und lieferte eine der stärksten Ausgaben seit Bestehen. Frankfurt zeigte eindrucksvoll, warum dieses Format nicht einfach eine Messe ist, sondern ein kuratierter Innovationsraum.

Einlass, Atmosphäre, Erwartung – Frankfurt atmet Architektur

Schon beim Betreten der Halle fiel die besondere Dramaturgie ins Auge: gedimmtes Licht, Spotlight auf jedes Exponat, ein Parcours, der Neugier direkt in Fachgespräche verwandelte. Frankfurt zog wie gewohnt ein anspruchsvolles Publikum an: Architekten, Innenarchitekten, Projektentwickler, Bauingenieure – alle mit klaren Vorstellungen und konkreten Projekten im Gepäck.

Kein Flanieren. Eher ein zielgerichtetes Erkunden.

Und genau das machte diese Edition so kraftvoll.

Innovation, die nicht laut schreit – aber alles verändert

Die Jury hatte wie immer streng selektiert. Die ausgestellten Produkte zeigten das deutlich. Nur echte Neuheiten, nur echte Relevanz. Frankfurt präsentierte eine beeindruckende Mischung aus Materialinnovation, nachhaltiger Bautechnik und digitalen Zukunftsideen.

Herausstechende Highlights:

  • Recyclingmaterialien, so hochwertig verarbeitet, dass sie Premiumprodukte locker übertrafen.

  • High-Performance-Fassaden, die Energieeffizienz und Ästhetik neu vereinten.

  • Adaptive Steuerungssysteme, die den CO₂-Fußabdruck real messbar reduzierten.

  • Neue hybride Werkstoffe, die Architekten sofort ins Schwärmen brachten.

  • Tools für ESG und Life-Cycle-Assessment, die 2025 prägen werden.

Jedes Gespräch hatte Tiefe. Viele Begegnungen führten direkt in Projektkontexte. Man spürte: Diese Messe schreibt Entscheidungen.

Vorträge mit klarer Botschaft – Die Bauwelt rutscht in die Verantwortung

Die Talkreihe in Frankfurt war außergewöhnlich stark: ESG, nachhaltige Materialkreisläufe, Digitalisierung des Bauprozesses, Gebäudetechnik der nächsten Generation. Die Vorträge setzten den Ton:

  • Nachhaltigkeit ist kein Trend mehr, sondern das Fundament jedes Projekts.

  • Bauherren übernehmen immer stärker die Rolle des aktiven Entscheiders.

  • Hersteller müssen nachweisen, nicht behaupten.

  • Planungsbüros integrieren ESG, Kreislauffähigkeit und CO₂-Bilanzierung in frühen Leistungsphasen.

Frankfurt zeigte: Die Branche bewegt sich – und zwar schneller als erwartet.

Besucherprofil: Fachkräfte mit Kaufkraft

Frankfurt bestätigte seinen Ruf als Standort für hochqualifizierte Entscheider. Die Gespräche waren intensiv und häufig projektbezogen:

  • Produktintegration in aktuelle Wohnbau- und Gewerbeprojekte

  • Vergleich neuer Materialien für Ausschreibungen

  • Diskussionen zur ESG-Konformität

  • Energieeffizienz und TGA-Integration

Diese Ausgabe brachte Hersteller und Entscheider extrem zielgerichtet zusammen.

Fazit: Architect@Work Frankfurt 2024 war ein Abschluss mit Ausrufezeichen

Frankfurt setzte ein Zeichen: Innovation funktioniert nur dann, wenn sie konsequent kuratiert, klar kommuniziert und durch ein interessiertes Fachpublikum bewertet wird. Genau das macht die Architect@Work aus.

Zwei Tage voller Inspiration. Zwei Tage voller konkreter Chancen.
Und ein starkes Schlusskapitel für das Messejahr 2024.